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March 01 2012

clarital

­­­­Bildung schadet

Die Kopfarbeit ist unter die Räder gekommen: Obwohl immer mehr Wissen produziert wird, können immer weniger von ihrer Arbeit leben

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In den letzten Jahren hat sich die fest angestellte Beschäftigung zunehmend auf reine Managementfunktionen konzentriert, nicht nur in wirtschaftlichen Organisa­tionen, sondern auch in Zeitungen, Verlagen, Universitäten und Bildungseinrichtungen. An den Universitäten beispielsweise sind Forschungs- und Lehrstellen immer befristet ausgeschrieben, während es unbefristete Positionen in den neuen Arbeitsbereichen wie „Qualitätsmanagement“ und Forschungsförderungsberatung gibt. Was geschieht da? Nicht Inhalte werden bezahlt, sondern die Verwaltung von Inhalten, nicht Wissen, sondern Wissensmanagement.

Die Inhalte aber, von denen man eigentlich meinen könnte, es käme auf sie an, produzieren oft jene Personen, die auf prekären Stellen sitzen oder überhaupt freiwillig und unbezahlt „Content“ erstellen. Der böse Hintersinn jener Entwicklung, in der Wissen zu Arbeit wird, ist nämlich, dass über kurz oder lang die Produkte der Wissensarbeit in genau derselben Profitlogik zerrieben werden, wie alle anderen Waren auch: Sie verlieren an Wert. Das Kapital setzt auf Masse, den höchsten Profit garantiert nur Steigerung der Stückzahl bei Verringerung des Einzelpreises. Das bekommen alle Kopfarbeiter zu spüren, die nicht unter der Kategorie „Celebrity“ rangieren. Ihre Arbeit – vom Pressetext bis zur wissenschaftlichen Publikation – gerät notwendigerweise unter die fordistischen Räder. Schneller produzieren für weniger Gewinn.

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Prekär: ­­­­Bildung schadet — Der Freitag

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Schweinderl